Mallorca Live Festival: David Guetta dreht zum Finale noch einmal voll auf

Das Mallorca Live Festival ist am Sonntagabend (14.6.) mit einer groß angelegten Closing-Party zu Ende gegangen. Nach zwei regulären Festivaltagen, bei denen unter anderem The Prodigy, Cypress Hill, Aitana und The Libertines aufgetreten waren, gehörte der Abschluss einem Mann: David Guetta.
Der Franzose zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten DJs und Produzenten der Welt. Viele der größten Pop-Ohrwürmer der vergangenen anderthalb Jahrzehnte entstanden unter seiner Beteiligung, oft in Zusammenarbeit mit Stars wie Sia, Kelly Rowland, Akon, Nicki Minaj, Bebe Rexha, Rihanna, Justin Bieber oder den Black Eyed Peas. Auf Ibiza ist Guetta regelmäßig zu Gast. Auf Mallorca dagegen war sein letzter großer Auftritt schon acht Jahre her. Dass er nun nach Magaluf kam, galt im Vorfeld als Coup für das Festival.

David Guetta spielte vor über 20.000 Personen beim Mallorca Live Festival / Ana B. Muñoz
Fünfstündige Party
Mehr als 20.000 Menschen waren am Sonntagabend auf das Gelände gekommen, um den Abschluss der neunten Ausgabe des Mallorca Live Festivals zu feiern. Die Veranstalter hatten das Format in diesem Jahr verändert: Statt drei regulärer Festivaltage gab es am Freitag und Samstag den klassischen Festivalbetrieb, am Sonntag dann eine fünfstündige Closing-Party mit Elkins, Miss Monique, Meduza und schließlich David Guetta als Hauptfigur.
Guettas Auftritt begann pünktlich um 22.15 Uhr – und ohne lange Anlaufzeit. Mit „Titanium“, seinem Hit mit Sia, hatte er das Publikum sofort auf seiner Seite. „You shoot me down, but I won’t fall – I am titanium“, sangen Tausende mit. Hinter dem DJ erhob sich dabei ein riesiger digitaler LED-Kubus, der sich im Laufe der Show immer wieder verwandelte: Visuals, 3D-Mapping, Licht, Laser und Pyrotechnik verschmolzen zu einem durchkomponierten Spektakel. Der Monolith gibt auch Guettas aktueller Tour ihren Namen: „The Monolith Show“. Davor wirkte der DJ mit seinem Pult zeitweise wie ein Priester am Altar.

David Guetta bei seiner „The Monolith Show“ auf dem Mallorca Live Festival 2026 / Andres Iglesias
Das Publikum war auffällig gemischt. Vor der Bühne standen junge Freundesgruppen, Paare um die 50 oder 60, Festivalbesucher mit blinkenden Accessoires und viele, die das Konzert beinahe durchgehend mit dem Handy dokumentierten. Besonders textsicher zeigte sich das jüngere Publikum bei den Popmomenten der Show: Rihanna, Justin Bieber, Lady Gaga – Guetta spielte sich durch ein Set, das kaum Pausen ließ. Ein Hit jagte den nächsten, dazwischen streute er härtere Medleys ein, die das Gelände in eine riesige Tanzfläche verwandelten.
40 Songs im Programm
Rund 40 Songs umfasste der Auftritt. Darunter waren eigene Hits, Remixe und Coverversionen von Alphavilles „Forever Young“ über Pitbulls „Give Me Everything“ und Chers „Believe“ bis zu Adeles „Set Fire to the Rain“. Die Dramaturgie war darauf angelegt, das Stimmungslevel möglichst nie absacken zu lassen. Meist gelang das erstaunlich gut.

David Guetta macht Stimmung beim Mallorca Live Festival / Ana B. Muñoz
Ganz spurlos waren die Tage zuvor aber offenbar auch an Guetta nicht vorbeigegangen. Zwischendurch entschuldigte sich der 58-Jährige dafür, dass er nicht viel spreche. Er sei heiser, sagte er sinngemäß, weil er in den vergangenen Tagen viel aufgelegt habe. Tatsächlich hatte Guetta vom 11. bis 13. Juni drei Abende hintereinander im Stade de France bei Paris gespielt, jeweils vor Zehntausenden Zuschauern.
In Magaluf ließ er deshalb vor allem die Beats sprechen. Nur selten griff er zum Mikrofon. Bei einem nostalgisch angelegten Moment blendete er alte Fotos von Liveauftritten aus seiner Anfangszeit ein. „Mallorca, I love you!“, rief er der Menge zu. Der Jubel war groß, auch wenn da bereits klar war, dass sich der Abend dem Ende näherte.

David Guetta im Club 3001 in Düsseldorf 2008 / Wikipedia
Um 23.45 Uhr gingen die Lichter auf der Bühne aus. Pünktlich, ohne Zugabe. Das Publikum nahm es erstaunlich gelassen. Es gab ein kurzes Aufbegehren, aber keine lauten Sprechchöre, die den Star noch einmal auf die Bühne hätten zurückholen können. Viele Besucher waren bereits seit 18 Uhr auf dem Gelände und hatten zuvor bei Elkins, Miss Monique und Meduza gefeiert.

Das Ende der Show kam abrupt und blieb ohne Zugabe. / Alexandra Bosse
Noch vor Mitternacht leerte sich der Bereich vor der Bühne schnell. Die langen Schlangen an den Toiletten lösten sich auf, die Menge machte sich auf den Heimweg. Enttäuschung war kaum zu spüren. Stattdessen sah man verschwitzte, zufriedene Gesichter. Der Weg nach Magaluf – Stau inklusive – hatte sich für viele offenbar wieder gelohnt.
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