Galaktische Mozart-Gala und ein hochkarätiges Quartett: Das sind die Highlights des Festival de Pollença

Am Vortag des Auftaktkonzertes bleibt Pere Bonet, dem künstlerischen Leiter des Festival de Pollença, nur die Autosuggestion: Er sei eigentlich erschöpft, gesteht er im Gespräch mit der MZ, und doch sprudelt er über vor Begeisterung über das diesjährige Programm. Grund zur Freude hat er allemal, denn die renommierte Klassik-Reihe, die stets im August im Innenhof des Convent de Sant Domingo stattfindet, begeht nun ihr 65. Jubiläum. „Am 15. August werden wir diesen Anlass ganz besonders zelebrieren – mit dem Konzert des Freiburger Barockorchesters, das uns eine fantastische, vergnügliche und wunderschöne Mozart-Gala bescheren wird.“
Die aus Trinidad und Tobago stammende Sopranistin Jeanine De Bique stimmt dabei das zur Feier passende, von Mozart 1773 während seiner letzten Italienreise komponierte Werk „Exultate, jubilate“ (KV 165) an. „Sie gehört weltweit zu den Top-Ten-Sopranistinnen für Barockmusik“, so der künstlerische Leiter über die an der prestigeträchtigen Manhattan School of Music in New York ausgebildete und äußerst vielseitige Solistin. Das auf die historisch-informierte Aufführungspraxis spezialisierte Freiburger Orchester wird das Insel- Publikum zudem mit Ausschnitten aus Solo-Konzerten für Oboe, Flöte und Fagott und Arien aus Idomeneo (KV 366) sowie La clemenza di Tito (KV 621) beglücken.
Jupiter-Sinfonie und Scheherazade
Zum Abschluss greifen die Musiker dann nach den Sternen: Mozarts 41. Sinfonie (KV 551) – die letzte des Komponisten –, die den Beinamen „Jupiter-Sinfonie“ trägt, steht nicht zufällig auf dem Programm: „Mit dem Bezug zu Astronomie und zu den Planeten wollen wir natürlich explizit auf die Sonnenfinsternis anspielen, die in diesen Tagen stattfinden wird“, erklärt Bonet. Der Erfolg der galaktischen Gala dürfte auch dank der aus Ungarn stammenden Geigerin Éva Borhi sicher sein: Sie tritt regelmäßig als Konzertmeisterin diverser Barockorchester in Erscheinung, ist Mitbegründerin des renommierten Capricornus Consort Basel und hat mit diesem bereits mehrere preisgekrönte CDs eingespielt.

Die Sopranistin Jeanine De Bique. / Tim Tronckoe
Auch die übrigen fünf Konzerte, die bis Monatsende angesetzt sind, können sich freilich sehen lassen: Am 8. August lockt das Gastspiel des Berliner Cellisten Alban Gerhardt an der Seite der Balearen-Sinfoniker unter Leitung von Patrick Hahn. Mit Highlights wie dem Prelude aus der Wagner-Oper „Tristan und Isolde“ oder der Scheherazade von Rimski-Korsakow werde das Programm „unterhaltsam und sommerlich“, verspricht Bonet.
Vorgeschmack auf das Beethoven-Jahr 2027
Für den künstlerischen Leiter ist auch das Konzert am 13. August ein absolutes Muss, das sich kein Klassik-Liebhaber entgehen lassen sollte: „Das französische Streichquartett Quatuor Ébène ist eines der besten der Welt. Man braucht drei bis vier Jahre Vorlaufzeit, um sie für einen Auftritt zu gewinnen“, betont er. Die Musiker widmen den Abend ganz und gar Beethoven – als Vorgeschmack auf 2027, dem Jahr des 200. Todestags des Komponisten.
Nur noch wenige Karten gibt es für das Konzert am 19. August. Der bekannte südkoreanische Pianist Seong-Jin Cho legt dabei einen Schwerpunkt auf Chopin, wird aber auch Stücke von Bach, Schönberg und Robert Schumann spielen. Ganz im Zeichen von Bach steht indes der Abend mit dem in Brüssel gegründeten Barockorchester Les Muffati am 22. August. Ihr Repertoire besteht aus den Brandenburgischen Konzerten, Orchestersuiten und dem „Tripelkonzert“ (BWV 1044). Der Abschluss gebührt am 30. August dem renommierten Orquestra de la Comunitat Valenciana unter Leitung von Sir Mark Elder – mit den Enigma-Variationen von Elgar und einer weiteren Einstimmung auf das anstehende Beethoven-Jahr.
Fix Karten sichern: Festival de Pollença, bis 30. August, Konzertbeginn jeweils um 22 Uhr, Eintritt: ab 25 Euro, Karten gibt es unter festivalpollenca.com
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