Auf zur Nacht der Nächte: Der große Überblick zur Nit de l'Art 2026 auf Mallorca

Galería Pelaires
Der deutsche Künstler Christoph Steinmeyer zeichnet als Kurator für die große Kollektivausstellung in der Galería Pelaires verantwortlich. Sie vereint auf zwei Stockwerken Werke von André Butzer, Luis Gordillo, Ann-Kristin Hamm, Albert Oehlen, Markus Oehlen, Jana Schröder und Steinmeyer selbst – sieben Künstler aus verschiedenen Generationen. Der Titel „Espinturalidad“ ist eine Wortneuschöpfung: eine Mischung aus Malerei (pintura) und Spiritualität (espiritualidad). Letztere wird nicht in religiösem Sinne verstanden, sondern als Ansatz der aufmerksamen Bildbetrachtung: Kunst kann nicht schnell „konsumiert“ werden, sondern erfordert Interesse, Zeit und Muße. Im kleinen Raum „Cabinet“ können die Besucher dazu noch das Solo-Projekt „Sal Divina Adivina“ von Claudia Peña Salinas entdecken.

André Butzer, ohne Titel, 2021. / Pelaires
Galería Xavier Fiol
Xavier Fiol ist der einzige Galerist, der das Jubiläum der Kunstnacht explizit im Titel aufgreift – schließlich ist er seit der ersten Nit dabei. „30 NITS 30. Una mirada íntima 1997-2026“ heißt die Kollektivausstellung, mit der er zurückblickt.

"Could we choose to exist? II" von Joan Bonnemaison. / Galeria Xavier Fiol
Galería Kewenig
Elektrisierend wird es im Oratori de Sant Feliu: Die Galería Kewenig sorgt für eine Begegnung zweier Giganten: „Energy“, eine Videoinstallation mit drei Bildschirmen von dem kürzlich verstorbenen Fabrizio Plessi trifft auf die Skulptur „The Man with the Golden Arm“ des renommierten mallorquinischen Künstlers Bernardí Roig.

Fabrizio Plessi, "Energy", 2026. / Galería Kewenig
Galeria Reus
Ein Muss für Nachtschwärmer ist die Gruppenausstellung „N.I.T: Nucli d’Intensitat Transitòria“ in der Galeria Reus: Als Hommage an die Nit de l’Art geht es hierbei um alles, was in einer Nacht passieren kann. Der Raum soll die Sinne stimulieren und emotional anregend sein. Das zweite Projekt, „El hombre que sabía demasiado“ von José Fiol, dreht sich vollkommen um den britischen Filmemacher, Spion und linken Politiker Ivor Montagu – eine ganz spezielle Biografie.

"Crash" von Alicia Santamaria. / Galería Reus
Baró Galería
Ausgangspunkt für die Schau „Latent“ des portugiesischen Streetart-Künstlers VHILS war die „magische Acht“ – das Lichtspektakel, das zweimal im Jahr in der Kathedrale von Palma zu sehen ist. Wenige Minuten produziert das Gebäude ein Bild seiner selbst; es fügt nichts hinzu, sondern enthüllt, was schon immer da war. Ähnlich hält VHILS es bei seinem Arbeitsprozess.

"Ars Magna" von Alexandre Farto aka VHILS. / Baró Galeria
Aba Art
Eine atmosphärische Installation zum Eintauchen finden Sie bei Aba Art vor. „Ocre et lait“ (Ocker und Milch) von Tatiana Sarasa rückt ein Material in den Fokus: mallorquinische Erde, Saharastaub, der vor Tausenden von Jahren mit dem Wind kam. Für die Künstlerin ein Speicher von Erinnerungen, der mit uralten menschlichen Ritualen verbunden ist. Dies wiederum schlägt eine thematische Brücke zwischen Mutter Erde und der Muttermilch.

Detail einer Arbeit von Tatiana Sarasa. / Vincent Andert
Pep Llabrés Art Contemporani
José María Yturralde ist eine Art Dauerbrenner in Palma: Bei der Nit de l’Art 2024 war der mit dem Premio Nacional de Artes Plásticas ausgezeichnete Künstler Protagonist der Galeria Maior. Im vergangenen Jahr gab es eine große Retrospektive in der Fundación Juan March. Wer von den hypnotisch-geometrischen Werken noch nicht genug hat, kann nun die Schau „Ad Infinitum“ bei Pep Llabrés Art Contemporani bewundern.

Sas Werk "Azul" von José Maria Yturralde. / Pep Llabrés
Florit / Florit
In den Räumen von Florit / Florit können Sie eine Duo-Ausstellung sehen: „Miedo al colapso“ vereint eine Installation von Alejandro Leonhardt und Zeichnungen von Dasha Shishkin. Leonhard arbeitete mit Überresten einer Bank, die mit der Krise von 2008 verschwand – Risse im System. Bei Shishkin entsteht der Riss indes dort, wo Formen ihre Grenzen verlieren.

Werk von Dasha Shishkin. / Florit/Florit
Balazsi Gallery
Was für den einen Müll ist, mag für den anderen ein Schatz sein: Sowohl die Kuratorin Esmeralda Gómez als auch die beiden Künstler Román Fabré und Ian Soler fanden den Titel „Garbage worth being kept“ für die Duo-Ausstellung in der Balazsi Gallery stimmig. Als zweites Projekt präsentiert die Galerie „Plagues“ von Patrick Goddard: Ihm geht es um Systeme von Dingen, die ohne Erlaubnis florieren.

Der Künstler Ian Soler Bradley. / Balaszi Gallery
6A Galeria d'Art i Taller
Der spanische Künstler Juan Suárez durfte sich in der Werkstatt-Galerie 6A austoben und neue Impulse durch das Arbeiten mit traditionellen Druckverfahren gewinnen. Die von Stille und Ernsthaftigkeit geprägte Solo-Schau „Cerca de lo quieto. La mesa blanca“ beinhaltet zudem Werke aus anderen Etappen seiner Karriere.

Werk von Juan Suárez. / 6A
Galería Fermay
„Weaving the Round“ lautet der Titel der Schau in der Galería Fermay mit Arbeiten von Noa and Lara Castro, Janice McNab, popea und Jennifer Tee. Sie alle untersuchen auf ihre Weise, wie wir unsere Umgebung bewohnen, verändern und erinnern. Dabei gehen sie von Materialien und Erfahrungen aus, die ihnen nahe sind, von Pflanzen und Landschaften bis hin zu Familiengeschichten.

"Black Swan" von Janice McNab. / Galeria Fermay
La Bibi Gallery
La Bibi tritt mit vier Projekten an, allerdings ein wenig zeitversetzt. Die Galerie in Establiments, die sich fernab des Kunstnacht-Radius befindet, eröffnet erst am 25. September „Plastic Metamythology“ von Alexander Long und „Contemporary Relics“, eine Kollektivausstellung. Dafür bespielt sie aber das Kulturzentrum La Misericòrdia mit Alejandro Monjes „The Last Nomad“, einer Reflexion darüber, wie Technologie unsere Beziehung zur Welt verändert. Zudem stecken die Galerie und der Kurator Tolo Cañellas hinter dem Disco-Kunst-Erlebnis „Club Miseria: The Last Beat“ von Bel Fullana im Casal Solleric.

"Infrared Boar Head" von Alexander Long. / La Bibi
A66 Gallery
Neues festes Mitglied bei Art Palma Contemporani ist nun die A66 Gallery, obwohl sie sich in Santanyí befindet. Die Vernissage in den eigenen Räumen – „Conditions of Perception“ mit Werken von Paris Giachoustidis, Marcos Juncal und Moritz Moll – findet von 10 bis 14 Uhr statt, sodass es keine Überschneidung mit der Kunstnacht in Palma gibt. Dort ist die deutsche Galeristin Anja Wolf dann mit zwei Projekten präsent: Im Kulturzentrum La Misericòrdia vereint die Installation „Nuevo orden“ die Praktiken von Marcos Juncal und Nieves Guri. Im Hotel Nivia Born zeigt A66 „The Quiet Observer“ mit Arbeiten des Fotojournalisten Paolo Costa.

Moritz Moll: "Interview" / A66 Gallery
CCA Andratx
Der „Außenposten“ CCA Andratx hat zwar keine Vernissage zu bieten, öffnet aber seine fünf Ausstellungen zur Kunstnacht ebenfalls bis 23 Uhr – und ist in Palma zudem noch mit der Schau „States of Matter, States of Mind“ von Lin Utzon und Anna Belén im Kulturzentrum La Misericòrdia vertreten. Letztere, eine deutsche Künstlerin, zeigt aktuell auch das Projekt „Gedankenexperimente“ in Andratx. Und bald lohnt sich die Fahrt in den Südwesten erneut: Das CCA feiert sein 25-jähriges Jubiläum mit speziellen Aktivitäten vom 22. bis zum 26. September.

Die deutsche Künstlerin Anna Belén vor einem ihrer Werke. / CCA
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