Festivalleiterin María Obrador verrät, was die besondere Magie von Cap Rocat ausmacht

Die diesjährige Edition des Klassikfestivals Cap Rocat, das 2025 Opernstar Anna Netrebko auf die Insel holte, trumpft vom 31. Juli bis 2. August wieder mit großen Stimmen auf. So stehen der Top-Tenor Juan Diego Flórez, der renommierte Pianist Rudolf Buchbinder und eine konzertante Version von Puccinis „Tosca“ auf dem Programm. Festivalleiterin María Obrador spricht über die Evolution der Musikreihe – und ihre spezielle Magie.
Wie erinnern Sie sich an die Anfänge?
Mein Vater hatte sich hier von Beginn an eine Opernbühne vorgestellt. Als sich das Puzzle der architektonischen Restaurierung langsam zusammenfügte, konnte er sich endlich dem Traum widmen, Cap Rocat mit der Musik zu verknüpfen. Im Jahr 2021, nach der Pandemie, befanden wir uns in einer schwierigen Zeit. Die Veranstaltung „La noche de los sentidos“ (Die Nacht der Sinne) war dann der Ursprung, sozusagen einen Pilotversuch. Und trotz der Corona-Auflagen war es ein ziemlich magischer Abend. Mein Vater hat seine Leidenschaft und seine Liebe für dieses Projekt auf alle in seinem Umfeld übertragen – einschließlich mich.
"Die Künstler schätzen die familiäre Atmosphäre"
Im Jahr 2022 stieß Ilias Tzempetonidis als künstlerischer Leiter hinzu. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Ihnen?
Es ist eine völlig flexible, offene und sehr gute Zusammenarbeit. Ilias war derjenige, der uns geholfen hat, all diese großartigen Künstler herzuholen. Er ist in dieser Branche groß geworden und war schon immer in den besten Opernhäusern dieser Welt zu Hause – an der Mailänder Scala, in München oder in Paris. Darüber hinaus ist er ein sehr offener und herzlicher Mensch. Und das überträgt sich auf die Erfahrung hier: Die Künstler schätzen die familiäre Atmosphäre. Dann haben wir auch noch Pablo Miego, den musikalischen Leiter, der für uns eine zentrale Rolle spielt. Auch er wählt das Programm mit aus, also ist es letztendlich Teamarbeit.
Was waren in Ihren Augen die bisherigen Meilensteine des Festivals?
Als sich Ilias Tzempetonidis 2022 überzeugen ließ und in den Ort verliebte, holte er uns Sondra Radvanovsky. Das war eine ganz besondere und wunderbare Gala. Dieses Jahr war entscheidend. Dann kam 2023 mit dem Start des ersten dreitägigen Festivals die Herausforderung mit dem Standort: Wir mussten den Raum erweitern. Danach war jede Ausgabe etwas Besonderes, aber der nächste Meilenstein war für mich, als wir im vergangenen Jahr beschlossen, dem Festival mit einer transparenten Kuppel ein Markenzeichen zu geben. Alle Theater und Sommermusikfestivals haben etwas Charakteristisches, aber wir hatten bis dahin auf der Ebene des Bühnenbilds noch keine eigene Identität. Damals mussten wir zudem mit der Akustik und dem Wind kämpfen. Als wir uns dann für diese Kuppel entschieden, hatte ich erst Sorgen: Wird es ein Reinfall oder ein Erfolg? Aber es funktionierte – im Übrigen war es auch sehr gut für unseren Chor, der dem Festival viel Seele verleiht.

Großer Auftritt für die neue Kuppel: Ein Konzert beim Festival Cap Rocat 2025. / David Mudarra
"Musik ist etwas, das dich fühlen und vibrieren lassen muss"
Sie wünschen sich, dass die Mallorquiner sich mit dem Festival identifizieren. Gelingt das trotz der happigen Preise?
Es kommen schon viele Mallorquiner. Man muss bedenken, dass viele ältere Menschen nicht mehr nach Madrid, Mailand oder München reisen können, um einen Künstler zu sehen. Außerdem bieten wir einen Rabatt für Residenten an. Und natürlich haben wir auch viele ausländische Inselbewohner im Publikum.
Was macht die Konzerte in Cap Rocat für die Besucher und Künstler so besonders?
Ich glaube, es ist ein einzigartiges Erlebnis, weil Musik etwas ist, das dich fühlen und vibrieren lassen muss. Und natürlich kann man in einem Theater fühlen und vibrieren, aber wenn man außerdem die Sinne mit anderen Empfindungen und Eindrücken anregt – dem Sonnenuntergang, den Sternen, der Meeresbrise – hilft das dabei, sich mit der Musik zu verbinden. Die Emotion verstärkt sich.
"Wir bieten zwei Frühlingskonzerte an, die im Innensaal stattfinden"
Zusätzlich zum Sommerfestival veranstalten Sie nun Konzerte im Frühling und Benefizkonzerte im Herbst. Wie kommt das? Was erwartet uns im April?
Das Festival selbst findet im Sommer statt, weil es mit wenig Regenrisiko unter freiem Himmel möglich ist und weil die Opernhäuser dann schließen. Somit können wir die Künstler leichter dafür gewinnen, zu kommen. Aber wir überlegten, weitere Aktivitäten zu organisieren, so wie unser Programm mit Masterclasses und der Förderung junger Talente stetig gewachsen ist. Jetzt bieten wir in Kooperation mit Mallorca Me Suena zwei Frühlingskonzerte an, die im Innensaal stattfinden. Am 18. April spielt Francisco Fullana bei einem Kammerkonzert gemeinsam mit Nina Heidenreich und weiteren Künstlern. Der zweite Termin ist ein Klavierabend mit David Khrikuli am 25. April. Tickets gibt es schon ab 20 Euro.
Gibt es die Vision, in Zukunft mehr als drei Events im Sommer veranstalten?
Das würde mich sehr freuen. Denn wenn wir schon die Infrastruktur haben, sollten wir sie ja auch nutzen, nicht wahr? Aber es stimmt, dass sich die Kosten vervielfachen. Und wir beeinträchtigen mit dem Auf- und Abbau das Hotel. Also müssen wir dabei ein Gleichgewicht finden. Ich glaube, dass vielleicht irgendwann ein vierter Abend hinzukommen wird.
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