Zehn Tipps für sehenswerte Ausstellungen

Mittelmeerkunst und Farbexplosion im Es Baluard
Palmas Museum für zeitgenössische Kunst bereitet für Ende Januar wieder einen Schwung neuer Ausstellungen vor. Letzte Chance also, um einige der aktuellen Highlights zu bewundern: etwa die farbenfrohe Intervention des deutschen Künstlers Markus Linnenbrink, die Projekte von Sandra Cinto und Elisa Braem sowie den zweiten Teil des Ausstellungs-Trios „Nachleben“, das nach dem 4. Januar abgebaut wird. Noch länger zu genießen ist die frisch eröffnete, eindrucksvolle Schau „Laberint sense parets“ (Labyrinth ohne Wände) von Jannis Kounellis, einem der bedeutendsten Vertreter der „Arte Povera“. Das Herzstück der Ausstellung, die die Beziehung des griechischen Künstlers zum Mittelmeer untersucht, ist eine imposante Installation aus neun venezianischen Segeln.
Es Baluard, Di.–Sa. 10–20 Uhr, So. 10–15 Uhr, geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar, Plaça Porta de Santa Catalina, 10, Palma, esbaluard.org

Die venezianischen Segel sind das Herzstück der Schau. / B. Ramon
Werke aus dem Centre Pompidou im CaixaForum
Mit 3D-Brillen geht es hinein in eine dunkle „Höhle“, um ein Video von wuselnden Fledermäusen zu bewundern. Bei der Schau „Arte y naturaleza. Un siglo de biomorfismo“ im CaixaForum erwartet die Besucher ein Parcours mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, bei dem es viel Spannendes zu sehen gibt. Den Gemälden, Skulpturen, Designobjekten und Filmen ist gemein, dass sie einen Bezug zur Natur haben – und in der heutigen Zeit zum Nachdenken über den Klimawandel und die Zerstörung des Planeten anregen. Palma ist die letzte Station der Ausstellung mit Werken aus der Sammlung des Centre Pompidou, die mit großen Namen der Kunstgeschichte aufwartet: darunter Picasso, Miró, Le Corbusier, Max Ernst, Jean Arp oder Georgia O’Keeffe.
CaixaForum Palma, täglich 10–20 Uhr, geschlossen am 25. Dezember, 1. und 6. Januar, Spezial-Öffnungszeiten am 24. und 31. Dezember sowie am 5. Januar: 10–18 Uhr, Plaça Weyler, 3, Palma, caixaforum.org

Eine Arbeit von Trevor Yeung im CaixaForum. / B. Ramon
Comics und rebellische Kunst im Casal Solleric
Bei einem Spaziergang durch Palmas Altstadt empfiehlt sich immer auch ein Stopp im Casal Solleric. Die Hauptattraktionen dort sind momentan eine sehr sehenswerte Comic-Ausstellung und die vor Kurzem eröffnete Kollektivschau in der Beletage. Letztere spürt dem rebellischen Geist der „Jove Plàstica“ nach, einer Bewegung junger Künstler, die sich zwischen 1969 und 1982 anschickten, dem Kunstbetrieb auf der Insel eine Frischekur zu verpassen. Ihre Themen: Umweltschutz, Tourismuskritik, Faschismus und verstaubte Rollenbilder. Fans lustiger Comics mit Gags, die oft ohne Worte auskommen, sollten hingegen Bekanntschaft mit Josep Coll machen: Er war einer der ganz Großen, die im 20. Jahrhundert für das spanische Comicheft „TBO“ zeichneten. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche Coll-Originale.
Casal Solleric, Di.–Sa. 10–20 Uhr, So. und Feiertage: 11–14.30 Uhr, geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar, Passeig del Born, 27, Palma, casalsolleric.palma.es

Einige "TBO"-Hefte mit Werken von Josep Coll. / B. Rohm
Fotos und Geschichten in der Fundación Juan March
Cristóbal Hara, 2022 ausgezeichnet mit dem Premio Nacional de Fotografía, wurde 1946 als Sohn einer deutschen Mutter in Madrid geboren und wuchs auf den Philippinen, in den USA, in Deutschland und Spanien auf. Seine Fotografien – bis 1985 ausschließlich schwarz-weiß, seither ausschließlich in Farbe – erscheinen in so renommierten Medien wie „El País“. Das Museum der Fundación Juan March zeigt ab dem 10. Februar eine große Ausstellung zu den Anfängen von Haras künstlerischer Laufbahn. Bis dahin gibt es als Vorgeschmack schon einmal die kleinere Schau „Cristóbal Hara: 15 cuentos instantáneos“ zu sehen: Bei diesem Projekt von 1971 handelt es sich um fünfzehn Fotografien von Schulkindern aus Cuenca, begleitet von Erzählungen, die von ebendiesen Kindern selbst verfasst worden waren.
Museu Fundación Juan March, Mo.–Fr. 10–18.30 Uhr, Sa. 10.30–14 Uhr, Spezialöffnungszeiten 24. und 31. Dezember: 10–14 Uhr, geschlossen an den Feiertagen, Carrer Sant Miquel, 11, Palma, march.es

"Con, Can y Quin“, fotografiert von Cristóbal Hara. / Fundación Juan March
Legenden der Fotografie im Centre Toni Catany
Im internationalen Fotografiezentrum in Llucmajor gibt es neben weiteren Projekten die große Schau „From our hearts. Col·lecció Sondra Gilman i Celso González-Falla“ zu entdecken. Sie umfasst mehr als hundert Bilder aus der renommierten Sammlung, die mit rund 1.200 Fotografien als eine der zehn wichtigsten der Welt gilt. Von Henri Cartier-Bresson über Robert Mapplethorpe, Paul Strand, Bill Brandt, Imogen Cunningham, William Klein und Graciela Iturbide bis hin zu Steve McCurry, Man Ray oder Larry Fink: Große Ikonen der Fotografie des 20. Jahrhunderts treten hier in einen Dialog mit jungen Talenten der heutigen Zeit. Sammler González-Falla erklärte, es sei ihm ein Bedürfnis, diese eindrucksvollen Werke zu zeigen und sie „nicht im Keller zu verstecken.“
Centre Internacional de Fotografia Toni Catany, Do. und So. 10–14 Uhr, Fr. 10–14 Uhr und 16–20 Uhr, Sa. 16–20 Uhr, geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar, Carrer del Cardenal Rosell, 2, Llucmajor, fundaciotonicatany.cat

Hochkarätige Fotografie gibt es in der Schau „From our hearts“ zu sehen. / B. Ramon
Buntes Potpourri im Museu Sa Bassa Blanca
Wer einen Ausflug mit der Familie plant, bei dem Kleine und Große Freude haben, liegt mit dem Museu Sa Bassa Blanca bei Alcúdia nie daneben. Der Komplex, Lebenswerk von Ben Jakober und Yannick Vu, lockt unter anderem mit seinem weitläufigen Skulpturenpark und einer ziemlich einmaligen eklektischen Kunstsammlung, die in einem Haus des ägyptischen Architekten Hassan Fathy und im unterirdischen „Sokrates-Saal“ präsentiert wird. Im Wasserspeicher des Anwesens sind seit diesem Jahr neben der Sammlung „Nins“ mit rund 160 königlichen Kinderporträts aus dem 16. bis 19. Jahrhundert auch sechs besondere, von der spanischen Modedesignerin Ágatha Ruiz de la Prada entworfene Kinderkleider ausgestellt. Das Museum hat am 25. und 26. Dezember geschlossen.
Museu Sa Bassa Blanca, Di.–Sa. 10–17.30 Uhr, geschlossen am 25. und 26. Dezember sowie am 1. und 6. Januar, Camí del Coll Baix, Es Mal Pas, Alcúdia, msbb.org

Der „Krake“, eine Skulptur von Ben Jakober und Yannick Vu. / Fundació Jakober
Magische Funken in der Miró-Stiftung
Das Ausstellungs-Quartett „Paysage Miró“ war das Kunsthighlight des Sommers. Zwei der vier Projekte sind noch übrig: Bis 1 1. Januar zeigt die Miró-Stiftung „La guspira màgica“ (der magische Funken). Schwerpunkt ist hier Mirós künstlerischer Prozess und seine Sammelleidenschaft, die ihm stets Inspirationen bescherte. Ergänzend dazu gibt es noch drei Sonderausstellungen von zeitgenössischen Künstlern: Grip Face, Stella Rahola Matutes und Mabi Revuelta.
Miró-Stiftung, Di.–Sa. 10–18 Uhr, So. 10–15 Uhr, geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar, Carrer Joan de Saridakis, 29, Palma, miromallorca.com

Ein Potpourri an Werken und Objekten gibt es in der Miró-Stiftung zu sehen. / Nele Bendgens
Sanfte Bronzeriesen in La Llotja
Noch bis 1. Februar bevölkern Mirós monumentale Bronzeskulpturen die einstige Seehandelsbörse La Llotja – die Ausstellung „La força inicial“ ist somit der Teil, der als Letzter endet. Wer noch nicht das Vergnügen hatte, sollte den metamorphen Wesen mit formalen Bezügen zu Männlichem und Weiblichem, zu Fülle und Leere und zu Himmel und Erde unbedingt noch einen Besuch abstatten. Der Reiz besteht hier in der Begegnung der dunklen Schwergewichte aus Mirós Kosmos mit der hellen Strahlkraft des gotischen Baus.
La Llotja, täglich 10.30–13.30 und 16–21 Uhr, Plaça de la Llotja, 5, Palma

Eindrucksvoll: monumentale Bronzeskulpturen von Joan Miró in der Llotja. / Nele Bendgens
Miró mit drei Begleitern bei Gabriel Vanrell
Und jetzt die gute Nachricht: Im Endeffekt gibt es mittlerweile ein neues, wenn auch inoffizielles Miró-Quartett in Palma. Eine vakante Position hat sich die Galerie Gabriel Vanrell gesichert, die just vor den Feiertagen unter dem Titel „Navidad“ eine Kollektivschau mit vier renommierten Künstlern eröffnet hat. Bis 16. Februar sind hier neben Arbeiten von Joan Miró auch Werke von Juli Ramis, Ramón Aguilar Moré und Santiago Merino de la Cruz zu sehen.
Gabriel Vanrell Galeria d'Art, Mo.–Fr. 10.30–13.30 u. 16.30–20.30 Uhr, Carrer de Tous i Maroto, 1, Palma, galeriagabrielvanrell.com

„El Rei Garrell“ von Joan Miró. / Gabriel Vanrell Galeria d'Art
Noch ein Nachschlag im Museu de Mallorca
Last but not least ist auch das Museu de Mallorca seit Oktober und noch bis Mitte Juni im Miró-Fieber: Die als Bonus zu „Paysage Miró“ präsentierte Ausstellung beleuchtet einen speziellen Aspekt, nämlich die fruchtbare Beziehung des katalanischen Malers zur Galería Pelaires zwischen 1969 und 1983. Einer der größten Schätze der Schau ist die 1973 herausgegebene „Serie Mallorca“ mit intensivem Insel-Bezug, die als eine der besten Druckgrafik-Reihen Mirós gilt.
Museu de Mallorca, Di., Fr., Sa., So. 9–14 Uhr, Mi., Do. 9–19 Uhr, geschlossen am 24., 25., 26. und 31. Dezember sowie am 1. und 6. Januar, Carrer de la Portella, 5, Palma

Ein Werk, das 1970 in der Schau „Equinoccio“ zu sehen war. / Magdalena Aguiló
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